Weinlagen
Volkacher Ratsherr
Die Weinlage Volkacher Ratsherr zählt zu den renommiertesten Lagen Deutschlands. Sie umfasst rund 270 ha Rebfläche und erstreckt sich entlang des Mains zwischen dem malerischen Dorf Fahr (90 ha) und der Kleinstadt Volkach (180 ha).
Die überwiegend nach Süden ausgerichteten Prall- und Gleithänge weisen Neigungen von 25 – 40 % auf. Das Filetstück, der „Original“ Volkacher Ratsherr hebt sich als markante Steillage mit bis zu 65 % Hangneigung besonders hervor und liegt eindrucksvoll zwischen Volkach und Fahr.
Duch das sehr schmale Tal und der unmittelbaren Nähe zum Main herrscht hier ein äußerst geschütztes, warmes Kleinklima vor. Die skelettreichen Böden sind geprägt vom mineralischen Muschelkalk, der lediglich von einer dünnen, sandigen Lehmschicht überlagert wird. Da die vom Spessart kommenden Regenwolken häufig „gebremst“ werden, zeichnet sich der Volkacher Ratsherr zudem durch eine vergleichsweiße geringe Niederschlagsmenge aus.
In dem Bereich des Volkacher Ratsherrn wird bereits mindestens seit 906 urkundlich erwähnt Weinbau betrieben. Die Bezeichnung für den Berg „Ratsherr“ entstand allerdings erst während des 30-Jährigen Krieges. Volkach sollte damals von den Schweden eingenommen werden, welche an dieser Stelle lagerten, an der sich heute die Weinlage befindet. Diese teilten den Ratsherren des Stadtrates mit, dass Volkach gerettet werden könne, wenn einer der hohen Herren mit dem Schwedenführer um die Wette trinken könne. Die Ratsherren suchten daraufhin nach dem trinkfestesten Bürger, zogen ihm die Ratsherrentracht über und er erledigte das Geforderte zur vollsten Zufriedenheit. Von nun an nannten die Volkacher ihren Berg „Ratsherr”.
Die Lage Ratsherr in seiner heutigen Form ist aus diversen Kleinlagen der Fahrer und Volkacher Flur 1971 zu seiner heutigen Form zusammengefasst worden. Heute entstehen hier durch die Winzer aus Fahr und Volkach Weine von besonderer Ausdruckskraft und höchster Qualität, die weltweit geschätzt werden.
(Fotos: Wolfgang Adamek)
